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Auszeit vom Job – Was muss man beim Sabbatical beachten?

Arbeiten bis zum Umfallen – Was für ältere Semester noch zum guten Ton gehörte ist heute schon lange obsolet. Eine ausgewogene Work-Life-Balance hat höchste Priorität im Leben der meisten jungen Arbeitnehmer. Entsprechend attraktiv ist die Option, einfach mal eine Auszeit vom Job zu nehmen. Doch worauf muss man beim Sabbatical achten?

43 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Fittkau & Maaß eine berufliche Auszeit. Die häufigsten Gründe dafür sind der Wunsch zu reisen und mehr Zeit für seine Interessen zu haben (je 57 Prozent). Knapp dahinter geht es vielen Befragten darum, neue Perspektiven und sich selbst zu finden (54 Prozent). Erschreckend hoch ist mit 50 Prozent die Zahl derer, die mit einem Sabbatical einen Burnout überwinden oder einem vorbeugen wollen .

Zahlreiche unterschiedliche Gründe also, um sich mal eine längere Pause zu gönnen. Ad-hoc-Entscheidungen sind hier allerdings fehl am Platz. Vor einem Sabbatical muss man sich erst einmal ein paar grundsätzliche Fragen stellen:

Das Wichtigste zuerst: Habe ich das Recht auf ein Sabbatical?

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszeit gibt es im deutschen Arbeitsrecht nicht. Möchte man ein Sabbatical im laufenden, ungekündigten Arbeitsverhältnis einlegen, entscheidet allein der Arbeitgeber, ob er die Anfrage genehmigt oder nicht. Man sollte sich also gute Argumente zurechtlegen, um seinen Chef zu überzeugen. Oder aber es gibt tarifvertragliche Vorschriften, die die Möglichkeit einer Auszeit vorsehen – wie zum Beispiel die Arbeitszeitflexibilisierung im öffentlichen Dienst. Auch größere Unternehmen bieten immer häufiger tarifliche Regelungen oder Betriebsvereinbarung, die Sabbatical-Modelle beinhalten. Dennoch: Den meisten bleibt so eine gute Ausgangslage vergönnt.

Meine Optionen: Der unbezahlte Sonderurlaub

Der unbezahlte Sonderurlaub ist wohl die unkomplizierteste Option, eine Auszeit einzulegen. Maximal sechs Monate befindet sich das Arbeitsverhältnis dann in einer Art „Winterschlaf“. Arbeitsleistung und Einkommen fallen weg, sogenannten Nebenpflichten, wie Treue-, Fürsorgepflicht und Wettbewerbsverbot bleiben weiterhin bestehen. Alle üblichen Regelungen zu Kündigungen, Kündigungsschutz und Urlaub gelten ebenfalls noch. Neben dem fehlenden Gehalt muss man mit zusätzlichen Kosten rechnen: Privatversicherte verlieren in der Regel den vorgegebenen Arbeitgeberzuschuss. Bei gesetzlich Versicherten wird es ab einem Monat Auszeit teuer: Der Sozialversicherungsschutz entfällt und man muss sich um eine freiwillige Pflege- und Krankenversicherung kümmern. Außerdem ist bei Reisen außerhalb der Europäischen Union eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll, da man sonst alle etwaigen Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss. Privat Versicherte sind je nach Tarif automatisch auch im Ausland abgesichert. Von allen anderen Sozialabgaben kann man sich befristet freistellen lassen. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung macht es allerdings Sinn, sich freiwillig zu versichern, um Lücken bei den Versicherungszeiten zu vermeiden.

Stunden Ansparen: Die Zeit- oder Ansparkonten

Wer sich den ganzen Stress mit den Sozialabgaben sparen möchte, sollte mit seinem Arbeitgeber über ein Zeitkonto sprechen: Hier kann man Überstunden, Mehrarbeit, nichtgenutzte Urlaubstage sowie in Zeit umgerechnete Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ansparen. Im besten Fall kann das Sabbatical vollständig über das Arbeitszeitguthaben finanziert werden. Während der Auszeit wird das angesparte Guthaben dann abgefeiert und man bekommt weiterhin sein volles Gehalt – quasi wie bei einem längeren Urlaub. Man bleibt also weiterhin in allen Sozialversicherungssystemen versichert. Allerdings sollte man in der Ansparphase viel Geduld mitbringen. Bei der Mehrarbeit ist der Zeitraum begrenzt und mehr als zehn Stunden am Tag zu arbeiten, ist laut Arbeitszeitgesetz verboten.

Vollzeitarbeit – Teilzeit Bezahlung 

Als dritte Variante kann man sich auch für ein Teilzeitmodell entscheiden. Vor dem geplanten Sabbatical vereinbart man hierbei mit seinem Arbeitgeber eine Teilzeitbeschäftigung, arbeitet aber, mit entsprechend reduziertem Gehalt, Vollzeit weiter. Ein Beispiel: Man arbeitet drei Jahre 40 Stunden pro Woche, wird aber nur für 30 Stunden bezahlt. Das vierte Jahr ist dann frei, aber man bekommt trotzdem sein bisheriges Gehalt weitergezahlt. Voraussetzung ist eine Betriebsgröße von 15 Mitarbeitern und eine Beschäftigung von mindestens sechs Monaten.

Hello again – Nicht vergessen, an die Rückkehr zu denken

Auch wenn es schwer fällt – schon vor Beginn der Auszeit sollte der Wiedereinstieg geregelt sein. Folgende Dinge sollte man mit seinem Arbeitgeber vorher geklärt haben: Wann genau fängt man wieder an zu arbeiten? Existiert eine Insolvenzversicherung für das Zeitkonto für den Fall, dass das Unternehmen während der Arbeitspause Insolvenz anmeldet? Wenn auch diese Themen abgearbeitet sind, steht einer erholsamen, lehrreichen oder aufregenden Sabbatical nichts mehr im Wege.

Manchmal ist eben eine solche Auszeit notwendig, um den Blickwinkel auf sein Leben zu ändern und sich „aufgetankt“ für neue Herausforderungen zu entscheiden.

 
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